Leitfaden „Soziale Arbeit und Social Media“

Im Leitfaden “Soziale Arbeit und Social Media” lassen wir Menschen zu Wort kommen, bei welchen sich Social Media und Soziale Arbeit in irgendeiner Form berühren: sei dies als Betroffene, als Professionelle in der Sozialen Arbeit oder im institutionellen und rechtlichen Rahmen.

Mit folgenden Gesprächspartnern haben wir Interviews geführt und sie zum persönlichen und beruflichen Umgang mit den Sozialen Medien befragt:
Matthias Naleppo, Daniel Graf, René Jaun, David Siems, Silvia Schoch-Meyer, Bruno Bäriswyl, Ursula Widmer, Kurt Pärli, Marcel Küng, Marie-Christine Schindler und Olivier Grand (Reihenfolge gemäss Publikation im Leitfaden)
Seitens der Geschäftsstelle sozialinfo.ch haben sich folgende Personen mit der Thematik befasst und sind für die Publikation verantwortlich: Barbara Beringer , Martin Heiniger und Patrick Blaser

Innerhalb der Interviews stellen wir unseren Gesprächspartnern einige Fragen, welche den persönlichen Bezug zu Social Media aufzeigen. Wir lassen Ihnen diese hier in zufälliger Reihenfolge zukommen.
Geschäftsstelle sozialinfo.ch

Fragen zu Social Media beantwortet von Patrick Blaser

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Gesprächspartner:
Patrick Blaser

Ausbildung, Arbeitgeber, Funktion:
Webdesigner, Online Marketing Manager
Geschäftsstelle sozialinfo.ch
Verantwortlicher Web & Social Media

Internetgeneration:
Grad nicht mehr Digital Native


Wie viel Zeit verbringen Sie mit Social Media Anwendungen?
1-2 Std. pro Tag, privat und geschäftlich

Welche Anwendungen (Social Media, Web 2.0) nutzen Sie und wofür?
Facebook, Twitter und Google+ sowohl privat als auch geschäftlich. Jede Plattform nutze ich anders. Facebook viel mehr für Privates, Twitter um mich über bestimmte Themen auf dem laufenden zu halten oder auch mal um eine Konferenz zu verfolgen an der ich nicht dabei sein kann. Bei Google+ bin ich noch etwas unsicher.
Pinterest finde ich unterhaltsam und benutze ich um Bilder zu posten. Natürlich Xing und Linkedin – aber nicht regelmässig. Einige Blogs habe ich abonniert und lese ich regelmässig. Neu am Entdecken bin ich Vine, der (Kurz-)Videodienst von Twitter.

Wie hat sich ihr Leben verändert? Gibt es Dinge, die Sie nicht (mehr) tun könnten, ohne Web 2.0?
Ich habe viele Menschen kennengelernt die ich ohne Facebook, Twitter und Co. nie kennengelernt hätte. Das Web 2.0 hat aber vor allem Einfluss auf meine Arbeit. Viele neue spannende Technologien sind dazu gekommen und gerade im Marketing viele neue Möglichkeiten. Daher gibt es einiges in meinem Job das ich nicht so machen könnte, ohne Web 2.0.

Trennen Sie berufliche und private Informationen?
Nicht zwingend, es gehört ja beides zu meinem Leben. Ich überlege mir was ich auf Facebook poste und was auf Twitter, das ist nicht immer dasselbe. Aber für mich vermischen sich beide Bereich immer mehr. Zudem habe ich mit Menschen Kontakt, die ich sowohl beruflich, als auch privat kenne. Weiter gehört zu dem Beruf eine gewisse Leidenschaft und die lässt sich manchmal nicht einfach in Grenzen halten.

Was denken Sie zum Persönlichkeitsschutz, bzw. wie schützen Sie sich und Ihre Daten?
Ich bin mir bewusst, dass Facebook und Google keine gemeinnützigen Organisationen sind sondern Aktiengesellschaften, die Geld verdienen wollen. Daher ist es wichtig dass man sich bewusst ist was man postet und welche Informationen man zur Verfügung stellt. Deswegen ist Medienkompetenz meiner Meinung nach ein so wichtiges Thema.
Ich persönlich habe meine Privatsphäre bei Facebook entsprechend eingestellt und passe sie auch laufend wieder an. Zudem muss nicht alles gepostet werden, ich stehe immer vor der Wahl ob ich es mit anderen teilen will oder nicht.

Welche Nachteile/Gefahren kann die Teilnahme auf Social Media Plattformen haben? Haben Sie selbst schon negative Erfahrungen gemacht?
Bis jetzt habe ich keine negativen Erfahrungen gemacht, ich finde Social Media hat mein Leben bereichert. Allerdings gibt es ein paar Sachen die manchmal nervig sind wie z. Bsp. unpassende Kommentare oder persönliche Angriffe auf einen Beitrag. Ich gehe immer davon aus dass ich den Menschen innerhalb von Social Media nicht anders begegne als den Menschen auf der Strasse.
Ein anderes Thema ist sicherlich Cybermobbing, welches unbedingt thematisiert werden sollte v.a. in Schulen. Auch hier wieder die Medienkompetenz, aber die brauchen nicht nur die Kinder und Jugendlichen sondern auch die Eltern, Lehrer und andere Verantwortlichen. Deswegen führt kein Weg um die Auseinandersetzung mit Social Media vorbei.

Wie stellen Sie sich die Zukunft mit Social Media vor? Welche gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen hat dies Ihrer Meinung nach?
Social Media ist im Alltag angekommen. Welche Plattformen in Zukunft führend sein werden ist schwer zu sagen. Die Entwicklung auf diesem Gebiet ist so schnell, schon bald könnte etwas Neues kommen. Im Mobilen-Bereich ist noch viel möglich. Die Google-Brille gibt einen Eindruck wie es in den nächsten Jahren aussehen könnte.
Ich wünsche mir, dass Social Media zu mehr Transparenz innerhalb von Firmen, Organisationen und Staaten führt und dadurch mehr  Dialog und Zusammenarbeit stattfindet: Aus der Kraft, die in der Vernetzung der Menschen liegt, kann viel Neues gestaltet werden.

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Leitfaden „Soziale Arbeit und Social Media“

Im Leitfaden „Soziale Arbeit und Social Media“ lassen wir Menschen zu Wort kommen, bei welchen sich Social Media und Soziale Arbeit in irgendeiner Form berühren: sei dies als Betroffene, als Professionelle in der Sozialen Arbeit oder im institutionellen und rechtlichen Rahmen.
Im Blog stellen wir Ihnen bereits jetzt einige Vorabdrucke und Stellungnahmen zu diesem aktuellen Themenkomplex zur Verfügung.

Mit folgenden Gesprächspartnern haben wir Interviews geführt und sie zum persönlichen und beruflichen Umgang mit den Sozialen Medien befragt:
Matthias Naleppo, Daniel Graf, René Jaun, David Siems, Silvia Schoch-Meyer, Bruno Bäriswyl, Ursula Widmer, Kurt Pärli, Marcel Küng, Marie-Christine Schindler, Olivier Grand (Reihenfolge gemäss Publikation im Leitfaden)
Seitens der Geschäftsstelle sozialinfo.ch haben sich folgende Personen mit der Thematik befasst und sind für die Publikation verantwortlich: Barbara Beringer, Martin Heiniger, Patrick Blaser.

Innerhalb der Interviews haben wir unseren Gesprächspartnern jeweils einige allgemeine, persönlichen Fragen gestellt. Diese sollen den Bezug dieser Personen zu Social Media aufzeigen. Wir lassen Ihnen diese hier in zufälliger Reihe zukommen.

barbara_web_2fa0aef902Gesprächspartnerin: Barbara Beringer
Ausbildung, Arbeitgeber, Funktion: Sozialarbeiterin FH, eidg. dipl. Web Projekt Managerin
Gründerin und Geschäftsleiterin Internetportal sozialinfo.ch

Internetgeneration:
Digital Immigrant mit solidem Background

Wie viel Zeit verbringen Sie mit Social Media Anwendungen?
Privat ca 1 Stunde pro Monat, beruflich etwa das doppelte.

Welche Anwendungen (Social Media, Web 2.0) nutzen Sie und wofür?
Privat habe ich mich vor einigen Jahren erstmals mit Facebook auseinandergesestzt, da mir die Begleitung meiner (in der Zwischenzeit erwachsener) Kinder ein Anliegen war. Persönlich nutze ich Facebook sozusagen nicht.
Beruflich setze ich mich seit zwei Jahren mit den verschiedenen Anwendungen auseinander, interessant finde ich die Entwicklung von Twitter und Google+. Die intensive Nutzung und Bewirtschaftung der Medien überlasse ich gerne den andern.

Wie hat sich ihr Leben verändert? Gibt es Dinge, die Sie nicht (mehr) tun könnten, ohne Web 2.0?
Die realen Freunde meines Alterssegmentes nutzen die Sozialen Medien nur beschränkt oder gar nicht. Ich bin privat nicht darauf angewiesen, nutze aber die Vernetzungsmöglichkeiten von Facebook vor allem für einige private Kontakte im Ausland. Ich sehe die positiven und negative Seiten dieser Medien und bin gespannt, wohin uns die Entwicklung führen wird.

Trennen Sie berufliche und private Informationen?
Die Trennung der beruflichen und privaten Informationen ist mir sehr wichtig. Die sozialen Medien sind aus meiner Sicht nicht die geeigneten Kanäle für den Austausch von persönlichen Informationen.

Was denken Sie zum Persönlichkeitsschutz, bzw. wie schützen Sie sich und Ihre Daten?
Indem ich nichts veröffentliche, was privat bleiben soll.

Welche Nachteile/Gefahren kann die Teilnahme auf Social Media-Plattformen haben? Haben Sie selbst schon negative Erfahrungen gemacht?
Das Wissen um die Grenzen dieser Medien (rechtsstaatliche / rechtliche Aspekte sowie die Manipulationsmöglichkeiten der jeweiligen Besitzer) löst meinerseits ungute Gefühle aus. Ich befürchte gerade bei Menschen mit ungenügender Medienkompetenz oder wenig Lebenserfahrung (ganz junge und ältere Menschen sowie Personen mit psychischen, intellektuellen und sozialen Beeinträchtigungen) negativ prägende Erlebnisse. Es ist mir deshalb ein grosses Anliegen, dass sich Personen mit Erziehungs- und Begleitungsfunktion (Eltern, Lehrpersonen, Professionelle der Sozialen Arbeit, Hausärzte, Spitex etc) gegenüber den neuen Medien nicht verschliessen und deren Potential wie auch deren Gefahren kennen.

Wie stellen Sie sich die Zukunft mit Social Media vor? Welche gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen hat dies Ihrer Meinung nach?
Grundsätzlich werden sich Kommunikation und Sprachgewohnheiten der Menschen verändern. Gesellschaftliche Manipulation und Machtkonzentration wird in Zukunft wohl weniger häufig vorkommen als heute, da sich die Menschen an der Basis austauschen und organisieren können. Dies ist aus meiner Sicht das grosse Potential der Social Media Kanäle.

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PR im Social Web – Das Handbuch für Kommunikationsprofis

Schon fast ein Standardwerk. PR im Socialweb hat uns nicht nur auf den ersten Schritten im Socialweb begleitet, auch jetzt ist es eine nützliche Quelle mit Tipps und Tricks.

9783868991956-1

PR im Social Web – Das Handbuch für Kommunikationsprofis
Marie-Christine Schindler, Tapio Liller
2.Auflage Mai 2012
ISBN 978-3-86899-195-6
o’reillys basic

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Medienkompetenz

„Alles, was es schon gibt, wenn du auf die Welt kommst, ist normal und üblich und gehört zum selbstverständlichen Funktionieren der Welt.“ Douglas Adams

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Medienkompetenz ist bei Jugendlichen und Erwachsenen in aller Munde. Kinder und Jugendliche setzen sich meist bereits im Rahmen der obligatorischen Schulpflicht damit

auseinender; Erwachsene nähern sich dem Thema oftmals auf pragmatische Weise oder gemeinsam mit der jüngeren Generation.
Dabei sind verschiedene Standpunkte und Meinungen vorhanden: Allen gemeinsam ist aber die Wichtigkeit des Themas – gerade im Zusammenhang mit dem Internet und neuen Medien.
Wir präsentieren Ihnen in der Folge einige interessante Statements zum Thema. Diese wurden im Rahmen unserer Interviews für den Leitfaden „Soziale Arbeit und Social Media“ geäussert. Der Leitfaden wird voraussichtlich im April 2013 publiziert und richtet sich an Institutionen und Fachpersonen der Sozialen Arbeit.

Marcel Küng von der Jugendseelsorge Zürich ist der Meinung: „… dass man gegenüber den Jugendlichen immer einen Schritt im Umgang mit Neuen Medien hintendrein sein wird. Darum sollte man die Jugendlichen und ihre Kompetenzen ernst nehmen, ihnen Gestaltungsraum bieten und gleichzeitig die unbequemen, aber wichtigen Fragen stellen.“

Marie-Christine Schindler appelliert „…an die Lehrer, auch an die Jugendlichen, dass sie Social Media so bewusst als möglich nutzen, dass sie damit umgehen, als wäre es ein Dauer-Bewerbungsgespräch. Man muss sich ständig fragen: Was soll meine erweiterte 

Umgebung wahrnehmen, was soll das Gesamtbild sein, das entsteht? Das ist natürlich ein hohes Ziel für den Alltag, für jemanden, der „unterwegs“ ist.“

Und Silvia Schoch-Meyer spricht ein wichtiges Thema für Jugenlliche an: „Die Problematik der fehlenden Medienkompetenz äussert sich etwa auch bei Bewerbungen, wenn kompromittierende Fotos oder unbedachte Kommentare dazu führen, dass jemand 

eine Stelle nicht erhält. Da gibt es die Möglichkeit, KlientInnen und vor allem Jugendliche zu stärken, ihre Kompetenzen zu erhöhen, indem sie sensibilisiert werden für diese Problematik.“

Seitens der Geschäftsstelle sozialinfo.ch vertreten wir die Ansicht, dass Medienkompetenz auch für die Professionellen der Sozialen Arbeit wie für deren Klientschaft ein wichtiges Anliegen ist. Mehr dazu in unserem Leitfaden.

Nachstehend einige spannende Links zum Thema:

Der Dachverband offene Kinder- und Jugendarbeit hat dem Thema eine eigene Website gewidmet. medienblog.doj.ch

In Deutschland gibt es den Netzofant – Medienkompetenz für Pänz. Mit einer tollen Linkliste für Kinder.


Empfehlenswerte Bücher zum Thema:
Die Schweizerische Kriminalprävention hat sich dem Thema in der  Broschüre „My little Safebook“ gewidmet.

Marie Christine Schindler hat auf Ihrem Blog eine Rezension zum Buch „Netzgemüse – Aufzucht und Pflege der Generation Internet“ von Tanja und Johnny Haeusler veröffentlicht. Sowohl die Rezension wie auch das Buch möchten wir Ihnen ans Herz legen. Zur Rezension

Thomas Pfeiffer und Jöran Muus-Merholz haben nicht nur das Buch „Mein Kind bei Facebook“ veröffentlich, sondern sind auf facebook-fuer-eltern.net auch online aktiv.

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