Rückblick re:publica 2014

Into the Wild 

Was ist mit dem Internet ein Jahr nach Snowden? Wo liegt die Verantwortung? Sind wir gar selber dafür verantwortlich? Diese Fragen stehen im Raum und auf der re:publica werden Antworten gesucht.

Ich habe versucht einige Highlights aus den Vorträgen und Keynotes mit Bezug zur Sozialen Arbeit auszuwählen.

Big Data / NSA / Netzpolitik

Die drei Stichworte sind natürlich auch  jedes für sich ein Thema, aber gleichzeitig
vermischen sie sich so sehr, dass es Sinn macht sie als ein Thema zu behandeln.

Ungefähr ein Jahr nach dem Eward Snowden aufgedeckt hat, wie umfassend Geheimdienste weltweit Informationen im Internet abfangen, ist zwar etwas Ruhe in
dieses Thema gekommen, aber damit ist die ganze Geschichte nicht ausgestanden.
Im Gegenteil gerade der NSA-Skandal war ein grosses Thema an der re:publica.

Sascha Lobo nahm die NSA Geschichte als Grundstimmung für seine Rede zur Lage der Nation. Er stellte die Frage in den Raum, wieviel der „Netzgemeinde“ das Netz wert ist und versucht aufzuzeigen, dass es ohne Netzpolitik nicht gehen wird.

Mit Sarah Harrison trat eine Frau auf, die am Thema NSA unmittelbar beteiligt war. Sie arbeitet für Wikileaks und war an der Flucht von Edward Snowden aus Hong Kong beteiligt. Sie sprach über Ihre Vorstellung von Privatsphäre und Pressefreiheit. 

Viktor Mayer-Schönberger hat in seiner Keynote nicht weniger gemacht als Big Data zu erklären, und dies auf eine sehr sympathische Art. Er beleuchtete sowohl Vor- wie auch Nachteile von Big Data anhand verständlicher Beispiele. Auch das Recht auf Vergessen ist ein Punkt, den er anspricht. Fantastisch fand ich, wie er den Zeitbegriff mit einbezogen hat. Wie ändert sich unser Zeitgefühl, wenn unsere Vergangenheit im Internet zugänglich ist?

 

Journalismus

Dass der Journalismus momentan mitten im Sturm von Veränderungen steht, ist hinlänglich bekannt. Spannend wird es, wenn man es wagt den Begriff Journalismus neu zu denken und Lösungen zu suchen.

Ein Blick auf den Journalismus heute und ein  Ausblick in die Zukunft bot Constantin Seibt. Inhaltlich hat mich der Vortrag beeindruckt, spannende Ideen.

Wie kann man mit Journalismus heute noch Geld verdienen? Auch dies war erstaunlicherweise häufig ein Thema, und nicht nur die klassischen Zeitungen und Journalisten beschäftigen sich mit dieser Frage. Auch Blogger sind heute an dem Thema interessiert. Im Video diskutieren vier Blogger Sascha PallenbergRichard GutjahrClaudia HeydolphPhilip Banse über „Lohnt sich Onlinejournalimus überhaupt noch?“

Wie ändern sich die Gatekeeper durch das Internet? Um bestimmte Themen einer breiten Öffentlichkeit näher zu bringen, benötigte man bis anhin die klassischen Medien. Wie sieht es heute aus? Ferda AtamanKübra Gümüşay (#SchauHin) und Anne Wizorek (#aufschrei) diskutieren wie man es schafft, über Twitter Menschen zu erreichen und dadurch auch in die klassischen Medien zu kommen.

Und sonst noch:

Sarah Spiekermann – Die ethische Maschine
Dieser Vortrag gibt zu denken. Wie sieht unsere Zukunft aus, stehen die Roboter in unserem Dienste oder umgekehrt? Ein bisschen Science-Ficiton.

Hannah Fry – I predict a riot!
Hat so gar nichts mit Internet zu tun, aber ein bisschen mit Big Data, viel aber mit menschlichem Verhalten und wie sich das durch Mathematik voraussagen lässt.
Aufgezeigt anhand der Ausschreitungen in London 2011.

Was hab ich mitgenommen:
Zumindest ein Teil des Internets ist beschädigt und viele Bewohner der sogenannten „Netzgemeinde“, ich gehöre auch dazu, stehen den Enthüllungen der letzten Monate etwas Ohnmächtig gegenüber. Wie finden wir aus dieser Ohnmacht raus und was können wir aktiv machen, um das Internet zu gestalten?
Nach wie vor wird oft zwischen „Internetgesellschaft“ und Gesellschaft unterschieden, viele  Vorträge haben aufgezeigt dass es diese Trennung nicht gibt. Das Digitale spielt eine immer wichtigere Rolle in der Gesellschaft, es beeinflusst unseren ganzen Alltag, nicht nur unsere Arbeit und Arbeitsplätze, auch unsere Freizeit, unser Konsumverhalten, unsere Bildung. Und umgekehrt durchdringt die Gesellschaft das Internet. Auch wer das Gefühl hat, das Internet sei sowieso nur eine Datenschleuder und seine Privatsphäre immerzu in Gefahr, muss gerade jetzt dafür kämpfen dass es anders wird. Denn so oder so ist unser Leben vom Digitalen durchdrungen.

Sämtliche Videos sind sowohl auf der Internetseite wie auch auf dem YouTube Kanal der re:publica zu finden.

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Wie Neue Medien die Soziale Arbeit verändern

Neue Medien verändern das Berufsfeld der Sozialen Arbeit. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Bisweilen vollzieht sich der Wandel jedoch so schnell, dass wir gar nicht mehr im Detail realisieren, wie eigentlich genau sie das professionelle Handeln verändern. Wir versuchen, uns den neuen Herausforderungen in der Beratung und in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen anzunähern.

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