«Finden» statt «suchen» auf www.sozialinfo.ch

Das Internet bietet auch für die professionelle Soziale Arbeit eine Fülle an wichtigen
und relevanten Informationen. Öffentliche Organisationen, Ämter, Forschungsstätten
und NPO’s bieten ihre Medienmitteilungen, Stellungnahmen und Publikationen zunehmend
online an. Das Informationsmanagement-Team der Geschäftsstelle sozialinfo.ch
recherchiert täglich im Internet und wählt aus der Fülle aus, was für die Soziale Arbeit
relevant ist. Diese Informationen werden erfasst und sind im Bereich «Aktuell» für eine
beschränkte Dauer öffentlich zugänglich. Unter «Fachwissen» sind sie für Mitglieder
oder JahresabonnentInnen dauerhaft verfügbar.

Schlagwortkatalog
Jeder Eintrag wird bei der Erfassung mit einem oder mehreren Schlagworten versehen.
Dafür steht ein Schlagwortkatalog mit über 800 Begriffen zur Verfügung, den die
Geschäftsstelle sozialinfo.ch eigens erarbeitet hat, um das Sozialwesen thematisch zu
kartographieren und abzugrenzen. Die Schlagworte sind hierarchisch geordnet: Es gibt
drei Hauptbereiche, die gesamthaft in 70 Unterbereiche aufgeteilt sind, welche dann die
800 Schlagworte aufnehmen (s. Grafik am Ende des Textes).

Drei verschiedene Suchfunktionen
Um die Beschlagwortung effektiv nutzen zu können, um die stetig wachsende Menge von
Informationen zugänglich zu halten und um die verschiedenen Bedürfnisse abzudecken,
gibt es unter «Suchen und Finden» drei verschiedene Suchfunktionen.
Die bisherige Filtersuche wurde beibehalten, aber optisch und funktionell aufgewertet.
Sie nutzt die thematische Systematisierung des Schlagwortkatalogs, jedoch nur bis zur
Ebene der 70 Unterbereiche. Nach Wahl eines Themengebiets werden alle zugeordneten
Einträge in chronologischer Reihenfolge angezeigt, d.h. die aktuellsten Beiträge erscheinen
zuoberst. Die Anzahl der Treffer ist sehr gross; die Filtersuche eignet sich, um in einem
bestimmten Themengebiet regelmässig die neusten Einträge abzurufen.

filtersuche

 

Neu gibt es die Schlagwortsuche. Sie ermöglicht die Anzeige aller Einträge zu einem
bestimmten Schlagwort. Diese Suchfunktion basiert auf demselben Prinzip wie die Filtersuche, jedoch steht hier der gesamte Schlagwortkatalog mit über 800 Begriffen in alphabetischer Ordnung zur Verfügung.
Die Schlagwortsuche ist sehr viel präziser als die Filtersuche und liefert weniger, dafür
genauere Suchtreffer. Sie eignet sich deshalb besonders für Recherchen zu einem klar
bestimmten Thema.

schlagwortsuche
volltextsuche

Als drittes gibt es die Möglichkeit der Volltextsuche. Diese eignet sich, um nach Begriffen
zu suchen, die im Schlagwortkatalog nicht vorhanden sind. Oder für die Suche nach einem konkreten Titel.
Die Volltextsuche kann allerdings keine Dokumente im Original absuchen, da die Originale
ausserhalb unserer Website gespeichert sind. Abgesucht werden die Einträge, wie sie in
unserer Datenbank Fachwissen erfasst sind. Da die wichtigen Begriffe jedoch i.d.R. im
Titel und in der Kurzbeschreibung enthalten sind, liefert diese Suche meist gute Treffer.
Weiterführende Hintergrundinformationen zu den Suchfunktionen finden Sie auf sozialinfo.ch unter dem Menüpunkt «Informationen zur Datenbank».

Ausblick
Mit den neuen Suchmöglichkeiten konnten wir die Benutzerfreundlichkeit der Datenbank
Fachwissen deutlich verbessern. Die Verfeinerung der Suchmöglichkeiten wird uns jedoch
weiterhin beschäftigen. So möchten wir in Zukunft Möglichkeiten kombinierter Suche
anbieten, bei denen mehrere Begriffe verknüpft werden können, oder die es erlauben, die
Treffermenge jeweils weiter einzugrenzen, sei es regional, sei es nach Herausgebern oder
Autoren.

kategorien

Share

Roadmap

Die Kommunikation im Social Web ist schnell und findet in Echtzeit statt. Die Kommunikationskanäle der Social Media laden dazu ein, sich aus dem Moment heraus mitzuteilen. Jedoch: Was einmal spontan, aus dem Bauch heraus, geäussert wurde, eigentlich ein Manifest des Augenblicks war, bleibt für immer da, eingemeisselt in die
Facebook-Timeline.

Für die Unternehmenskommunikation via Social Media ergibt sich daraus der Widerspruch, dass die Spontaneität geplant werden muss, wenn sie zielführend sein soll.
Jeder kommunikative Akt sollte sich in einen übergeordneten Verlauf einfügen, um die gewünschte Wirkung zu entfalten. Dies im Unterschied zur persönlichen Social Media-Aktivität, die in der Regel eher zufällig und an der aktuellen Befindlichkeit orientiert ist. Während das Impression-Management bei der persönlichen Kommunikation meist eher unbewusst abläuft, muss es bei der Unternehmenskommunikation vorsätzlich und geplant angegangen werden. Dabei ist die Erstellung einer Roadmap ein hilfreiches Mittel.

Roadmap: Was ist das Ziel?
«Roadmap», also «Strassenkarte», meint die strategische Planung der Unternehmens- Kommunikation. Man sollte eine Ahnung haben, wo der Weg entlang führt. Das setzt voraus, dass man ein Ziel hat. Im Kern geht es bei allen PR-Aktivitäten erst mal darum, positiv in Erscheinung zu treten, um Impression-Management.

Das Ziel, sich eine positive digitale Öffentlichkeit zu schaffen, kann auch für Organisationen
im Sozialwesen von grossem Nutzen sein, sei dies um für benachteiligte Menschen zu
lobbyieren oder um finanzielle oder anderweitige Ressourcen zu erschliessen. Das Ziel
könnte demnach heissen: ein Publikum zu gewinnen, das als Multiplikator für die eigenen
Anliegen genutzt werden kann (was allerdings eine gewisse kritische Grösse voraussetzt).
Dies gilt bei zeitlich abgegrenzten Projekten. Die Veröffentlichung einer Publikation, die
Durchführung einer Veranstaltung oder die Einreichung eines politischen Vorstosses sind
gute und publikumswirksame Aufhänger für eine Online-PR-Aktion. Aber auch bei der allgemeinen, langfristigen Präsenz im Web 2.0 ist es wichtig zu wissen, was die Ziele sind.
Eine Roadmap ist in diesem Fall idealerweise die Konkretisierung der Vorgaben, die im
Rahmen einer Social Media Policy festgelegt worden sind.

Was ist der Weg?
Wenn das Ziel klar ist, kann man sich Gedanken zum Weg machen. Im Unterschied zur
Strassenkarte ist der Weg hier nicht vorgezeichnet, sondern erlaubt allerlei mögliche
Schritte. Mit der Roadmap werden die geeigneten Schritte zeitlich gestaffelt geplant.
Wichtig ist dabei eine minimale Kontinuität. Es sollten regelmässig Mitteilungen gepostet
werden, damit die Aufmerksamkeit aufrechterhalten werden kann.

Wenn man PR auf eine Aktion hin betreiben will, kann eine Dramaturgie entwickelt werden. Mit den einzelnen Kommunikations-Akten wird die Thematik abgesteckt, werden beteiligte Personen vorgestellt und Hintergrundinformationen geliefert. Im Idealfall lässt sich damit eine Fan- bzw. Follower-Community aufbauen. Der Mechanismus der Vernetzung, wie er Social Media-Anwendungen wie Facebook oder Twitter innewohnt, entwickelt im besten Fall eine Eigendynamik, mit der das Publikum stetig wächst. Voraussetzung dafür sind regelmässige und interessante Posts.

Die Kontinuität ist auch bei der langfristig angelegten Präsenz im Web 2.0 wichtig. Nicht
nur aktive, sondern auch verwaiste Accounts transportieren eine Botschaft, ganz im Sinne
von Watzlawicks Diktum «Man kann nicht nicht kommunizieren». Eine Roadmap hilft, die
Häufigkeit der Aktivitäten, die Publikations-Themen und die generelle Stossrichtung zu
klären.

Unabhängig von der zeitlichen Dimension der Social Media-Aktivitäten muss sorgfältig geklärt werden, wer was macht. Idealerweise ist eine Person im Betrieb für die Einhaltung
der Vorgaben der Roadmap verantwortlich.

Ein Fallbeispiel: Social Media-Begleitung einer Veranstaltung
Im November 2012 begleitete die Geschäftsstelle sozialinfo.ch die AvenirSocial-Tagung
zum Thema «Was ist gute Soziale Arbeit» als Medienpartnerin. Dabei wurden Social Media- Kanäle als PR- und Informationsplattformen genutzt, und zwar vor, während und nach der Tagung. Da mit dieser Kooperation beide Organisationen Neuland betraten, ging es auch darum, Erfahrungen mit diesen Plattformen zu sammeln und zu erkunden, wieweit
über diese Kanäle eine Beteiligung interessierter Kreise in Gang gebracht werden kann.

Vor der Tagung
wurden auf eigens erstellten Facebook- und Twitter-Profilen Informationen und Links
gepostet, um Aufmerksamkeit, Reichweite, Followers und Fans zu gewinnen.

Während der Tagung
konnten Aussenstehende die wichtigsten Statements laufend auf Twitter verfolgen. Es gab
aber kaum Interaktivität (weder Fragen noch Kommentare).

Nach der Tagung
wurden auf Facebook und Twitter die Tagungsunterlagen, Referate und Präsentationen
verlinkt.

Fazit
Die Roadmap erfüllte ihren Zweck vollumfänglich: aufgrund der genauen inhaltlichen und
zeitlichen Planung war jederzeit klar, was wann auf welchen Kanälen gepostet werden
sollte.

bild_blog_roadmap

Share

Soziale Arbeit und Medien

Das Buch „Soziale Arbeit und Medien“ spannt einen weiten thematischen Bogen. Chancen und Herausforderungen neuer Medien werden mit Bezug auf die Gesellschaft, die Profession, die Adressaten, aber auch auf die organisatorische Ebene der Sozialen Arbeit behandelt.

BoD_C2-CleppienLerche_16481-6-14Soziale Arbeit und Medien
Cleppien, Georg; Lerche, Ulrike (Hrsg.)
1. Auflage, 2010
ISBN 978-3-531-92376-5
VS Verlag

Share

Leitfaden “Soziale Arbeit und Social Media”

Im Leitfaden “Soziale Arbeit und Social Media” lassen wir Menschen zu Wort kommen, bei welchen sich Social Media und Soziale Arbeit in irgendeiner Form berühren: sei dies als Betroffene, als Professionelle in der Sozialen Arbeit oder im institutionellen und rechtlichen Rahmen.

Mit folgenden Gesprächspartnern haben wir Interviews geführt und sie zum persönlichen und beruflichen Umgang mit den Sozialen Medien befragt:
Matthias Naleppa, Daniel Graf, René Jaun, David Siems, Silvia Schoch-Meyer, Bruno Bäriswyl, Ursula Widmer, Kurt Pärli, Marcel Küng, Marie-Christine Schindler und Olivier Grand (Reihenfolge gemäss Publikation im Leitfaden)
Seitens der Geschäftsstelle sozialinfo.ch haben sich folgende Personen mit der Thematik befasst und sind für die Publikation verantwortlich: Barbara Beringer , Martin Heiniger und Patrick Blaser

Innerhalb der Interviews stellen wir unseren Gesprächspartnern einige Fragen, welche den persönlichen Bezug zu Social Media aufzeigen. Wir lassen Ihnen diese hier in zufälliger Reihenfolge zukommen.
Geschäftsstelle sozialinfo.ch

Fragen zu Social Media beantwortet von Martin Heiniger

mhe_blogGesprächspartner:
Martin Heiniger

Ausbildung, Arbeitgeber, Funktion:
Sozialarbeiter HFS
BA Medien- und Kommunikationswissenschaften
Geschäftsstelle sozialinfo.ch
Verantwortlicher Informationsmanagement


Internetgeneration:

Digital immigrant

Wie viel Zeit verbringen Sie mit Social Media Anwendungen?
An manchen Tagen ca. 30′ bis eine Stunde, an anderen keine.

Welche Anwendungen (Social Media, Web 2.0) nutzen Sie und wofür?
Facebook und Twitter benütze ich vor allem geschäftlich. Wikipedia, Blogs und weitere Web2.0 Anwendungen auch privat.

Wie hat sich ihr Leben verändert? Gibt es Dinge, die Sie nicht (mehr) tun könnten, ohne Web 2.0?
Ich fühle mich nicht besonders abhängig von Social Media und Web2.0, obwohl dieser Eindruck bei genauerem Hinsehen täuscht. Gerade Web2.0 und die mobilen Anwendungen richten sich langsam in allen Lebenslagen ein. Auf mein soziales Leben haben Social Media bislang allerdings einen kleinen Einfluss. Da hat auch damit zu tun, dass die meisten meiner Freunde sich (noch) nicht allzuviel aus dieser Art der Kommunikation machen.

Trennen Sie berufliche und private Informationen?
Ich versuche diese Bereiche getrennt zu halten. Das Berufliche ist tendenziell in höherem Mass öffentlich als das Private. Dadurch dass man Privates öffentlich machen kann, scheint jedoch Privatheit als Idee und auch Wert eine ausgediente Idee geworden zu sein. Ich teile diese Ansicht nicht.
Es ist klar, dass diese Begriffe sich in ihrem Gehalt ändern. Aber „Öffentlichkeit“ ist ja auch kein klares Konzept, sondern es gibt verschiedene Arten und Grade von Öffentlichkeit. Die digitale Öffentlichkeit, die ja auch abgestuft ist, fügt hier einfach eine neue Art hinzu, wobei noch nicht ganz klar ist, was genau ihre Charakteristiken sind. Sicher ist, dass gewisse Grenzen schwieriger zu verteidigen werden. Während es beim Web1.0 noch um Daten ging, die bereits im herkömmlichen Sinne als öffentlich betrachtet wurden, werden im Web2.0 persönliche, private Daten öffentlich zugänglich und dadurch auch verwertbar. Der Kontrollverlust über die eigenen Daten ist ein Beispiel für einen fliessenderen Übergang zwischen Privatem und Öffentlichem.
Ich glaube, dass es vielerlei gute Gründe gibt, gewisse Dinge privat, verborgen zu behalten. Dabei geht es nicht darum, ob man „etwas zu verbergen“ hat. Es gibt schlicht vielerlei, was nicht von allgemeinem Interesse ist und/oder niemanden etwas angeht. Die Freiheit, darüber entscheiden zu können, halte ich für verteidigenswert.

Was denken Sie zum Persönlichkeitsschutz, bzw. wie schützen Sie sich und Ihre Daten?
Ich halte Persönlichkeitsschutz und einen sorgfältigen Umgang mit persönlichen Daten für sehr wichtig. Meine Daten schütze ich einerseits durch entsprechende Einstellungen in den jeweiligen Anwendungen, aber v.a. dadurch, dass ich so wenig als möglich überhaupt preisgebe. Ich glaube, dass vieles von mir einfach gar nicht von breitem öffentlichem Interesse ist – und den grossen Datensammlern möchte ich es auch nicht allzu einfach machen. Mit meinen Freunden teile ich gerne vieles, aber dazu benötige ich bislang Web2.0 nur am Rande.
Ich mache mir jedoch auch keine allzugrossen Illusionen: sobald man im Internet unterwegs ist, hinterlässt man Spuren.

Welche Nachteile/Gefahren kann die Teilnahme auf Social Media Plattformen haben? Haben Sie selbst schon negative Erfahrungen gemacht?
Ich habe bislang keine explizit negativen Erfahrungen gemacht, was auch daran liegt, dass ich einen bislang eher zurückhaltenden Umgang mit Social Media pflege.

Wie stellen Sie sich die Zukunft mit Social Media vor? Welche gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen hat dies Ihrer Meinung nach?
Marshall McLuhan hat die Ansicht vertreten, dass die Einführung neuer Medien eine Art von Betäubung verursacht, dass es also schwierig ist, diejenigen Auswirkungen, die unter der Oberfläche des direkt Sichtbaren liegen, zu erkennen. Das können Auswirkungen sein, die sich erst mit der Zeit zeigen, die vielleicht erst durch die massenhafte Verbreitung einer neuen Art, Dinge zu tun, entstehen, oder auch Auswirkungen auf der Ebene des psychischen Haushalts. Ich glaube, dass wir uns in diesem Stadium befinden und es uns deshalb schwerfällt, langfristige Effekte vorherzusagen. Die Rasanz der technologischen Entwicklung, die immer wieder neue Fakten schafft, verschärft diese Tatsache.
Ob diese neuen Kommunikationsformen zu mehr Freiheit oder Demokratie führen, wie dies oft gesagt wird, ist meiner Ansicht nach offen. Es kann auch gegenteilige Effekt. erzeugt werden: der soziale Druck, teilzunehmen und vieles von sich preiszugeben, kann auch unfrei machen.
Die Vernetzung führt zu mehr Austausch und Kommunikation. Wie es um die Gehalte steht, ist eine andere Frage – das altbekannte Verhältnis von Quantität und Qualität ist offen. Letztlich glaube ich, man kann sich diesen neuen Formen des Austauschs nicht entziehen, es sei denn, man wolle in einem Reservat enden. Man kann zwar auf ein Facebook-Konto verzichten, aber die neuen Formen des Austauschs formen unsere Lebensgestaltung um und hinterlassen überall Spuren, sowohl gute als auch problematische. Ich glaube dennoch, das es auch Gegenentwürfe braucht, und sei es nur, um bewusster zu entscheiden, wo man mittun will und wo nicht.

Share