Ein Zeichen setzen – Barrierefreie Internetseiten

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Die Sensibilität gegenüber Menschen mit Behinderungen hat in den letzten Jahren zugenommen, zum Glück auch im Bereich der neuen Technologien. Viele Smartphones sind barrierefrei oder können mit einigen Einstellungen barrierefrei gemacht werden. Zudem kann der Funktionsumfang mit Apps erweitert werden.

So gibt es mit «wheelmap» eine App, die es ermöglicht, rollstuhlgängige Orte einfach zu finden. Mit «CodeCheck» können Artikel gescannt werden, um genaue Produkteinformationen zu erhalten. Weiter gibt es Tools für den öffentlichen Verkehr oder solche, die die Menükarte eines Restaurants vorlesen.

Nicht jede Technologie ist von Haus aus barrierefrei. Um im weltweiten Web zu surfen, benötigen Betroffene nach wie vor zusätzliche Soft- und Hardware, etwa die Braille-Zeile (Tastatur) oder den Screen-Reader. Trotz dieser Hilfsmittel bestehen in den meisten Internetseiten noch viele Hürden, welche mit einer verfeinerten Programmierung seitens der Hersteller verkleinert werden könnten. Beispiele dafür sind:

  • Schlecht programmierte Menüführung: Der Screen-Reader kann keine vernünftige Übersetzung machen.
  • Fehlender Beschreibungstext bei Bildern: Sehbehinderte Person erhalten keine Informationen.
  • Flash basierte Seiten: Diese sind nicht nur für Blinde und Sehbehinderte unzugänglich, sondern im Normalfall auch für Suchmaschinen.

97 Prozent der Webseiten sind nicht barrierefrei
Laut dem Behindertengleichstellungsgesetz müssen Dienstleistungen der öffentlichen Hand, also auch Webseiten, barrierefrei sein. Trotzdem sind laut Markus Riesch, Geschäftsführer «Zugang für alle», 97 Prozent der Webseiten nicht barrierefrei. Das ist erstaunlich, weil es dank den Anleitungen von «Access for all» einfach ist, schon mit kleinen Anpassungen eine Internetseite für Betroffene zugänglicher zu machen:

  • Bei allen Bildern Alternativtext einfügen
  • Relevante Beschreibungen für externe Links wählen
  • Relative Schriftgrössen einsetzen
  • Kontrast zwischen Schrift- und Hintergrundfarbe beachten
  • Einfache, verständliche Texte verwenden

Am 15. April 2014 hat die Schweiz als 144. Staat die UN-Behindertenrechtskonvention unterzeichnet. Diese Konvention wird in den nächsten Tag in Kraft treten und den Staat verpflichten, den barrierefreien Zugang zum Internet auch in der Privatwirtschaft zu fördern und zu fordern.

Google ist auch blind
Die Anpassungen gemäss der Empfehlungen der WCAG (Web Content Accessibility Guidelines) haben einen schönen Nebeneffekt – sie sind Teil einer erfolgreichen Suchmaschinenoptimerung. Denn Google ist eigentlich auch blind, kann nichts als Text erkennen und verwerten. Wer seine Internetseite barrierefrei gestaltet, macht also gleichzeitig etwas für seine Platzierung bei Google. Zudem ist eine barrierefreie Internetseite für alle Besucher bedienerfreundlicher. Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass Institutionen, die im Sozialen Bereich tätig sind, auch online ein Zeichen gegen Ausgrenzung setzen. Barrierefreie Programmierung ist ein solches Zeichen. Die Geschäftsstelle sozialinfo.ch hat es sich zum Ziel gesetzt, die eigenen Seiten bis 2015 barrierefrei einzurichten.

Weitere Informationen zu barrierefreien Internetseiten finden Sie unter www.access4all.ch.

barrierefreiheit

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